002

Erlebnis Gastronomie

Bahnhof 1 · 72160 Horb am Neckar
Telefon: 0 74 51/900 79 69


Die heutige Gäubahn von Stuttgart nach Singen entstand aus einem Konglomerat von Teilstücken, die sich erst 1934 zur heutigen Gäubahn zusammenfügten. Ursprünglich war mit dem Begriff Gäubahn ausschließlich die 1879 eröffnete Strecke von Stuttgart über Eutingen im Gäu nach Freudenstadt gemeint, die großteils durch das Gäu verlief. Diese Strecke ist nur im Abschnitt Stuttgart-Eutingen identisch mit der heutigen Strecke von Stuttgart nach Singen. Den Abschnitt Eutingen-Freudenstadt bezeichnet man daher ebenfalls als Gäubahn. In dem Maße, wie der GäubahnAbschnitt Stuttgart-Eutingen aber immer mehr zum Teil einer Nord-Süd-Verbindung wurde, setzte sich der Begriff Gäu-bahn ebenso für den Nagoldtalbahn-Streckenabschnitt von Eutingen nach Horb am Neckar sowie für die als Teil der Oberen Neckarbahn erbaute Strecke von Horb über Tuttlingen nach Immendingen durch.

Bis 1934 war die Gäubahn somit Synonym für die Eisenbahnverbindung von Stuttgart an die württembergisch-badische Grenze bei Immen-dingen. Die Begrifflichkeiten änderten sich zuletzt 1934 wieder: Mit dem in diesem Jahr abgeschlossenen Bau der Verbindungskurve von Tutt-lingen nach Hattingen (Baden) entstand zusammen mit dem Schwarz-waldbahn-Abschnitt von Hattingen nach Singen eine durchgehende Strecke von Stuttgart bis an die Schweizer Grenze bei Singen. Der Begriff Gäubahn dehnte sich wiederum aus und umfasst seitdem ebenso die Neubaustrecke Tuttlingen-Hattingen sowie den Schwarzwaldbahn-Abschnitt Hattingen-Singen. Der bis dahin ebenfalls als Teil der Gäubahn betrachtete Abschnitt von Tuttlingen nach Immendingen war nunmehr aber für den Nord-Süd-Verkehr bedeutungslos geworden und wird seit-dem ausschließlich der Donautalbahn zugeordnet.

Die heutige Gäubahn Stuttgart-Singen führt durch das Territorium aller drei ehemaligen Staaten, die nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 Gebietsanteile im deutschen Südwesten hatten. Der südliche Teil zwischen Hattingen und Singen war badisch und wurde als Teil der Schwarzwaldbahn von den Badischen Staatseisenbahnen gebaut. Zwischen Tuttlingen und Stuttgart verlief die Strecke fast vollständig über württembergisches Territorium und wurde so von den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen gebaut. Allerdings reichte bei Dettingen hohenzollerisches Gebiet bis an den Neckar heran, was die seit 1850 zu Preußen gehörenden Hohenzollernschen Lande ebenfalls zum Streckenanlieger machte. Dennoch beteiligten sich aber ausschließ-lich Baden und Württemberg am Bau der Gäubahn.

Zum Seitenanfang